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Welche Töne für wen?
Verfasst: 23.05.2025, 12:33
von LukasH
Christ ist erstanden!
Ich bin auf der Suche nach Infos, für welche Tropare oder Kondakien welche Töne verwendet werden. Dabei geht es mir nicht um die Wochentöne oder Auferstehungstropare, vielmehr interessiert mich, warum dieses Tropar im vierten, jenes im siebten usw. geschrieben wurde. Gibt es da eine Übersicht oder etwas in der Art, oder weiß es jemand?
Herzlichen Dank,
Lukas
Re: Welche Töne für wen?
Verfasst: 29.05.2025, 19:54
von LukasH
Niemand?
Ein bisschen gehofft hatte ich auf Vater Igor oder Lazarus - oder ist womöglich die Frage so schlecht gestellt?
Herzlich,
Lukas
Re: Welche Töne für wen?
Verfasst: 29.05.2025, 21:20
von Igor
Grüß Gott!
Die Frage ist schon gut gestellt - ich habe aber leider schlicht keine Antwort parat und müsste auch erstmal recherchieren
In Christo
Diakon Igor
Re: Welche Töne für wen?
Verfasst: 30.05.2025, 07:30
von LukasH
Dank dir, Vater Igor. Ich recherchiere auch gerne mit, bin nur ratlos, wo ich suchen soll.
Herzlich, Lukas
Re: Welche Töne für wen?
Verfasst: 30.05.2025, 10:47
von Igor
Ich starte gern auf azbyka.ru als Quelle (in russisch), z.B. hier:
https://azbyka.ru/glas
Da werden zwar die Töne charakterisiert, aber eine 1:1 Antwort auf Deine Frage scheint es nicht zu geben.
Interessant erscheint auch dieser Artikel:
http://www.hram-ks.ru/glasy.shtml
DeepL o.ä. können ggf. beim Übersetzen helfen…
In Christo
Diakon Igor
Re: Welche Töne für wen?
Verfasst: 30.05.2025, 13:12
von Lazzaro
Ich versuche mal einen Erklärungsansatz:
Die Wahl des Kirchentones richtet sich nach der Melodie und des Versmaßes, oder ganz allgemein der Vorlage, die man bei der Erschaffung eines neuen Textes benutzen möchte.
Im griechischen Kontext benutzt nimmt man eine bekannte Melodie und schreibt einen neuen Text dazu.
Zum Beispiel gibt singt man die Melodie des Weihnachtskontakions bereits beim Kontakion des hl. Nikolaus oder aber auch zu Mariae Schutz & Fürbitte.
Im ostslavischen Kontext ist es eher so, daß man auf bestimmte Texte anspielt, daraus ergibt sich dann der Kirchenton. So endet zum Beispiel das auf französich gedichtete Kontakion des hl. Martin von Tours mit den Worten: "Du Apostelgleicher Vater, freue dich, heiliger Bischof Martin!" Das ist eine Anspielung auf das Kontakion der Verkündigung: "Freue duch unvermählt Vermählte!" Daraus ergibt sich dann der Achte Ton.
Manchmal gibt es ganz interessante Zusammenhänge, wie Christgeburt - Nikolaus: Der Kanon des Kreuzverehrungssontages wird (im gr. Original) nach der Melodie des Osterkanons gesungen und spiegelt so die Vorfreude auf Ostern wieder. Anderseits taucht zum Beispiel die Melodie des Kontakions von Theophanie völlig konzeptlos in der Fastenzeit auf. (Ich weiß nicht mehr wo.)
Bei Troparen zu Gottesmutterfesten ist der vierte Ton sehr beliebt, aber ich weiß nicht warum.
Ich denke das ganze ist eher ein Phänomen der griechischen Kirchenmusik, das sich bei den Slaven hat verwässern müssen, weil man nicht exakt Silben- und Betonungsgleich hat übersetzen können.
Lazarus, der es diesmal auch nicht so recht weis